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Arbeitsgemeinschaft noch produzierende Landwirte in Ostbayern e.V.

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Titel:
test
Wann:
30.05.2011 - 30.05.2011
Kategorie:
anplo

Beschreibung

 

PNP vom 17.04.2009 Seite 12


„Das ist ein Rückfall in alte Zeiten“


BDM-Chef fordert die sofortige Senkung der Milchquote - Verband lehnt Zwangsgelder bei Blauzungen-Impfung ab

 

 

 

 

 

 

„Die Proteste sind überlebenswichtig“, betont der Chef des Milchbauern-Verbands, Romuald Schaber. (Foto: dpa)

 

 

 

Passau. Einen sofortigen Richtungswechsel in der Agrarpolitik fordert Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), im PNP-Interview. Ob Milchpreis oder Patent-Debatte - am Ende stehe die Zerstörung der bäuerlichen Struktur, warnt der Landwirt aus dem Oberallgäu.

  Die Regierung von Niederbayern hat die Landratsämter angewiesen, im Kampf gegen die Blauzungenkrankheit Zwangsgelder für Impfgegner zu verhängen. Ist das der richtige Weg?

Schaber: Wir sehen das sehr skeptisch. Im vergangenen Jahr wurde ohne die Zulassung des Impfstoffes geimpft. Das wird zwar von offizieller Seite nicht gern gesehen, aber wir hören immer öfter von Impfschäden. Wir plädieren für freiwillige Impfungen, weil sich so jeder Betrieb einzeln schützen kann. Bei den Zwangsgeldern verfahren die Landratsämter unterschiedlich. Wir können nur auf die Vernunft der Verantwortlichen vor Ort setzen. Zwang ist jedenfalls keine gute Lösung.

  Die Milchbauern protestieren seit Wochen gegen die Preisentwicklung - die jüngste Kundgebung fand vor bayerischen Molkereien statt. Was wollen Sie erreichen?

Schaber: Die Proteste sind überlebenswichtig. Unsere Existenz ist ganz einfach bedroht. Die Quote und die Produktion muss sofort gesenkt werden, nur so haben wir Bauern eine Perspektive. Die bisherigen Maßnahmen haben keinerlei Effekte im Markt. Was wir beobachten ist ein Rückfall in die alten Zeiten mit Butterbergen und Milchseen. Geht das so weiter, steht am Ende die Zerstörung der bäuerlichen Struktur. Wir brauchen eine Richtungsänderung, keine Flickschusterei.
Der Streik vor den Molkereien soll zeigen, dass wir das Preis-Problem gemeinsam lösen müssen. Die verdienen zur Zeit ja auch kein Geld.

  Sie haben sich vehement gegen das Schweine-Patent ausgesprochen. Ist so ein Szenario denn auch für die Milchbauern denkbar?

Schaber: Wir haben schon vor einem Jahr Widerspruch gegen ein Kuh-Patent eingelegt. Die Befürchtung liegt auf der Hand, dass die Konzerne sich die Rechte an den Tieren unter den Nagel reißen wollen. Patentierungsverfahren in der Technik sind berechtigt, aber bei Tieren ist das der vollkommen falsche Weg. Die Züchtungsbestimmungen reichen völlig aus. Mit diesen Patent-Lizenzen gerieten wir Bauern in eine Abhängigkeit ohne Gegenleistungen.


Das Gespräch führte Eva Fischl